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Konrad Witz Ein Pionier der Malerei im 15. Jahrhundert
Althaus, Karin, 64 S., 50 Farb-Abb., 24,5*17 cm, fadengehfteter Paperback
ISBN 3-7845-1901-2, 12.80 EUR
vergriffen (Neuausgabe unbestimmt)

Unser Blaues Buch zeigt in sorgfältig ausgearbeiteten Reproduktionen das Gesamtwerk des Meisters, darunter die Tafeln des Basler Heilsspiegel-Altars im restaurierten Zustand. - Eine Schaffenszeit von nur zehn Jahren (1434-1444) und ein Œuvre von wenig mehr als 20 Werken sind für Konrad Witz dokumentiert, und doch zählt er zu den wichtigsten und interessantesten Künstlern des Spätmittelalters.
Er gehört zur Generation jener Maler, die im 2. Viertel des 15. Jahrhunderts eine neue Bildsprache entwickelten und in bis dahin ungekannter Weise Aspekte der äußeren Wirklichkeit erfasste. So schuf Konrad Witz als erster europäischer Maler 1444 ein realsitisches „Landschaftsporträt“.
Vieles von Konrad Witz’ Leben und Werk bleibt jedoch im Dunkeln. Man weiß kaum mehr, als dass er in Rottweil am Neckar geboren wurde, mutmaßlich um 1400, 1434 in die Basler Malerzunft aufgenommen wurde und eine Baslerin heiratete, 1443 ein stattliches Haus kaufte und bei seinem Tod um 1445 fünf noch minderjährige Kinder hinterließ.
Es darf angenommen werden, dass Basel ihn lockte, weil hier seit 1431 (bis 1437/48) das Basler Konzil tagte, weswegen sich zahlreiche Würdenträger und damit potentielle Auftraggeber dort aufhielten. Nachweislich beauftragte einer von ihnen, der Genfer Bischof François de Metz, Witz mit der Ausführung des Petrus-Altars für die Genfer Kathedrale, nachdem dieser in Basel mit dem „Heilsspiegel-Altar“ schon eines seiner Hauptwerke geschaffen hatte.
Erst ab 1901 wurden der Maler und sein Werk wieder entdeckt. Die Malerei der Klassischen Moderne, insbesondere der Kubismus, förderte auch die Wertschätzung der vorklassischen Kunst des Spätmittelalters und der Frührenaissance. So wurde zur selben Zeit wie Witz auch die altniederländische Malerei „wiederentdeckt“. Die Voluminosität und Kantigkeit der Witz’schen Figuren, die raffinierte Wiedergabe genau beobachteter räumlicher Phänomene, von Oberflächenreizen, Licht-, Schatten- und Spiegel-Effekten und seine mitunter kühne Farbwahl begeistern bis heute.
Erstmals seit über 40 Jahren wird in diesem Band das Gesamtwerk von Konrad Witz wieder monographisch vorgestellt. Die Autorin, die Kunsthistorikerin Dr. Karin Althaus, war (bis sie 2007 als Sammlungsleiterin des Lenbachhauses nach München ging) rund fünf Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Basel, das die meisten der Werke von Konrad Witz bewahrt. Die übrigen Konrad-Witz-Orte sind schnell aufgezählt: Berlin, Dijon, Genf, Glastonbury (Somerset), Neapel, Nürnberg, Straßburg und Wien.

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