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Der Naumburger Meister. Von seinen Anfängen in Sachsen über Frankreich und Mainz nach Naumburg
Von Gerhard Straehle., 1. Aufl. Ca. 96 Seiten, ca. 70 Abb., davon ca. 20 farbig. 24,5 x 17 cm, fadengehefteter Paperback
ISBN 3-7845-2961-5, ca. 12.80 EUR
(Erscheinen lt. Autor unwahrscheinlich)

Als 'die originellste Schöpfung der ganzen Epoche' bezeichnete 1923 der französische Kunsthistoriker Emile Mâle die vor der Mitte des 13. Jh. geschaffenen Naumburger Stifterfiguren bei seinem Vergleich der französischen und deutschen Kunst während des Ersten Weltkriegs. Dabei stellte er der großen idealistischen Kunst französischer Kathedralskulptur die rauhe Wirklichkeit der Stifterfiguren im Naumburger Dom entgegen, die niemals, so Mâle, in Frankreich gearbeitet noch von einem französischen Bildhauer jemals gemeißelt worden sein könnten.

Anders die Forschung im Ausstellungskatalog zum ‘Naumburger Meister’ von 2011. Die Autoren nehmen dort einen französischen Werktrupp als Schöpfer des Naumburger Westchors und seiner Skulpturen an, dessen Weg von der Île de France, der Picardie und der Champagne über die Grenzen Frankreichs hinaus nach Mainz, Naumburg und Meißen geführt habe.

Auch in unserem Band wird die Skulptur dieser Orte ausführlich besprochen. Ein Vergleich der Naumburger Stifterfiguren mit den in bedeutenden Fragmenten erhaltenen Grabmälern im Zisterzienserkloster Altzelle vermag jedoch zu zeigen, dass die Ursprünge des Naumburger Meisters in der sächsischen Grabmalskunst liegen. Bildhauer von Altzelle oder einer anderen sächsischen Werkstatt haben – wahrscheinlich im Auftrag des Meißner Markgrafen Heinrich des Erlauchten – eine Zeitlang in Frankreich gelernt und gearbeitet, und so wird in vorliegendem Band die Skulptur im Naumburger Dom als sächsische Kunst unter französischem Einfluss beschrieben.

Vom selben Autor erschien in gleicher Aufmachung der Band „Der Naumburger Stifter-Zyklus. Elf Stifter und der Erschlagene im Westchor des Naumburger Doms“.

Der Autor wurde 2008 mit einer grundlegenden Arbeit zum Naumburger Meister an der Ludwig-Maximilians-Universität in München bei Prof. Dr. Bernhard Schütz promoviert.

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