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Tilman Riemenschneider und seine Werkstatt Mit einem Katalog der allgemein als Arbeiten Riemenschneiders und seiner Werkstatt akzeptierten Werke. Vorwort von Jörg Rosenfeld.
Kalden-Rosenfeld, Iris, 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. 171 S., 284 Abb., dav. 55 farbig. 25*17 cm, Hardcover
ISBN 3-7845-3224-1, 14.80 EUR
vergriffen (neue Aufl. lieferbar: Titelnr. 3225-7)

Riemenschneider (um 1460-1531) ist einer der letzten bedeutenden deutschen Bildhauer der Spätgotik. Weitgehend unberührt von den Einflüssen der Renaissance, war er ein Handwerksmeister mit außer- gewöhnlichem handwerklichen Geschick - das perfekte Finish seiner Figuren weist keinerlei Werkzeugspuren mehr auf. Trotz derVerwendung traditionellen Formengutes schuf er Neues und nie zuvor Gesehenes. Neben der verhaltenen Körpersprache seiner Figuren faszinierte damals und heute die Holzfarbigkeit der zumeist unbunt lasierten Skulpturen und das damit verbundene Spiel mit Licht und Schatten.

Erstmals seit 1982 wird in diesem schön gestalteten Blauen Buch das "Gesamtwerk" Riemenschneiders auf dem neuesten Stand der Forschung vorgestellt. Den deutschen Leser wird die erstaunlich große Zahl von Riemenschneider-Werken in den USA, Kanada, England, Frankreich usw. überraschen.

Dem Hauptteil des Buches, der die wichtigsten Werke ausführlich und mit zahlreichen Detailaufnahmen in chronologischer Folge vorstellt, folgt ein Katalog aller übereinstimmend als "gesichert" geltenden Werke des Meisters und seiner Werkstatt. Die Zu- und Abschreibungen zum oder vom eigenhändigen Werk Riemenschneiders, zu oder von seiner Werkstatt oder zu Nachahmern hat die Wissenschaft seit Jahrzehnten bis heute beschäftigt. Deshalb zeigt das neue Blaue Buch auch beliebte, aber "abgeschriebene" Werke.

Dabei ist die Arbeitsweise des Meisters und seiner Werkstatt ein Aspekt, den das handliche Buch immer wieder beleuchtet, sowohl in organisatorischer und technischer Hinsicht wie auch bezüglich der möglichen Vorbilder und Anregungen sowie Auftraggeber und Adressaten.

Das Vorwort schildert die Geschichte der Riemenschneider-Verehrung und -Forschung. Auch Riemenschneider wurde von der deutsch-nationalen und später der Nazi-Politik vereinnahmt als besonders 'deutscher' Künstler. Erst Thomas Mann hat in seiner amerikanischen Rede Ende Mai 1945 Riemenschneider für 'das andere Deutschland' reklamiert, auch er aber noch geleitet von einem eher romantisch verzerrt zu nennenden Künstlerbild.

Die Autorin Dr. Iris Kalden-Rosenfeld ist wie Dr. Jörg Rosenfeld, der das Vorwort beisteuerte, seit Jahren in der Riemenschneider-Forschung engagiert. Sie nahm 1999 mit einem viel beachteten Referat an dem Riemenschneider-Symposion in Washington D.C. teil und ist Mitautorin des Ausstellungskatalogs Würzburg 2004 (Teil Werke seiner Blütezeit).

Die 2. Auflage 2004 wurde um 17 Objekte erweitert, die 3. dritte Auflage 2006 wurde gegenüber der 2. Auflage um nochmals 12 Stücke erweitert, darunter um drei Arbeiten von Schülern Riemenschneiders, die in einem eigenen Kapitel vorgestellt werden. Außerdem wurden die neuesten Entdeckungen und Erkenntnisse eingearbeitet, der Katalogteil konnte großzügiger gestaltet werden. Der Band ist damit wiederum die einzige lieferbare und aktuelle, wissenschaftlich fundierte Darstellung von Riemenschneiders Gesamtwerk.

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